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Der Weg zur EM: Die Logistik der Teilnahmeländer

Eine humorvolle Darstellung der Reise von der Heimat in die Ferne

16 Nationen aus Europa sind für die Endrunde der UEFA EURO 2008 qualifiziert und dürfen sich Gedanken über die Organisation der Reise machen. Wir stellen Ihnen im Folgenden die Vorbereitungen einiger Teilnahmeländer vor, wie man sie allgemein erwartet...

 

England

Die Engländer würden zwar eigentlich gerne teilnehmen, haben aber ihre Einladung zur Reise ins mittlere Europa wieder zurückgegeben und müssen daher zu Hause bleiben.

Frankreich
Die Franzosen möchten eigentlich gar nicht verreisen, schließlich ist es in ihrer Heimat sowieso am Schönsten. Dennoch machen sie sich schweren Herzens auf den Weg, nicht jedoch ohne ein grundlegendes Problem lösen zu müssen:

Um auch in Österreich und der Schweiz ihren gewohnten Lebensstandard aufrecht erhalten zu können, ist es unerlässlich, für Speis und Trank zu sorgen. Schnecken und Frösche können dort zwar zur Not gesammelt und gejagt werden, aber der Rest muss importiert werden.

Daher heißt es für die Franzosen im Sommer Badehose, Baskenmütze, Wein und Baguette einpacken, ein letztes Mal die heimische Luft einatmen und dann geht die Reise ab in die Fremde.

Spanien

Auch die Spanier treten zur Reise in Richtung Endrunde nach Österreich und in die Schweiz an, wofür sie allerdings in Rest-Europa auf Unverständnis stoßen, schließlich ist es ansonsten umgekehrt: alle Welt (vor allem aber Europa) will in den Urlaub nach Spanien.

Das macht die Spanier natürlich stolz, so dass sie selbst wiederum gerne in die Ferne reisen, um dort zu zeigen, was ihre Heimat so anziehend macht, nämliche die fröhlichen Feiern.

Nur in einer Hinsicht könnten die Spanier bei der Endrunde auf ein großes Logistik-Problem treffen, nämlich dann, wenn sie Nachschub organisieren müssen. Denn sowohl Österreicher als auch Schweizer arbeiten auch während der Siesta und machen dafür einfach früher Feierabend.

Portugal
Den Portugiesen liegt das Reisen quasi im Blut, die alte Seefahrernation ist stets abreisefertig und kann jederzeit die Segel hissen.

Die einzige Frage, die sich stellt ist, wie man von der Küste von West-Europa über die Alpen ins Innenland zur Endrunde kommt. Doch zur Not kann man sicherlich einen kleinen Umweg über die Nordsee einlegen, den Rhein flußaufwärts schippern und dann über lokale Flüsse zu den Spielorten gelangen.

Deutschland
In Deutschland begannen die Reisevorbereitungen schon lange vor der eigentlichen Qualifikation, schließlich müssen sämtliche Eventualitäten bedacht werden.

Mittlerweile sind alle Wege erkundet, sämtliche erforderlichen Verordnungen sind eingeholt und unterschrieben – in dreifacher Ausführung natürlich. Damit steht der Reise zur Endrunde nichts mehr im Wege.

Im Juni wird sich eine disziplinierte Gruppe von Lederhosenträgern in einer schnurgeraden Linie auf den Weg machen, pausiert wird nur kurz um die weißen Socken bis zum Knie zu ziehen oder falls ein Stein in die Sandale gerutscht ist...

Niederlande
Der Niederländer an sich muss zunächst einmal innerhalb seines Landes verreisen, schließlich kommt er für die meisten Europäer aus Holland.


Ansonsten braucht er von allen Teilnehmern, abgesehen von den Gastgebern vielleicht, die wenigsten Reisevorbereitungen, denn der Niederländer verreist nicht, er versetzt nur sein mobiles Zuhause. Daher kann er im Juni einfach den Campingwagen vorspannen, ein paar frische Tulpen in die Vase stecken und sich auf die Reise machen.

Schweiz
Auch die Schweizer haben, ähnlich wie die Österreicher, keine weiten Wege vor sich. So kann sich der Schweizer in aller Seelenruhe auf den Weg machen und sein schönes Heimatland bewundern. Genügend Banken für gemütliche Pausen sind ja schon vorhanden.

Zeit genug also, um die beste Schokolade der Welt zu genießen.

Österreich
Die Österreicher müssen keine Reisevorbereitungen treffen, schließlich steht für sie maximal ein Besuch beim Nachbarn an, ansonsten bleiben sie zuhause.

Allerdings müssen sie gegen so manches Vorurteil ankämpfen, schließlich denken viele ihrer Besucher, die Österreicher wären wie die Deutschen, wenn auch höflicher.

Die wahren Schwierigkeiten liegen daher in der Bereitstellung von Sacher-Torte und Mozartkugeln in so ausreichender Menge, dass jeder Besucher seine Vorstellungen ändern kann.

Italien
Italiener treffen keine Reisevorbereitungen! Der amtierende Weltmeister, wird selbst bestimmen, wann er in das Turnier eingreift und auch seine Fans machen sich um so unnötige Details wie die Reise keine Gedanken.

Wichtig ist nur, genügend Ziegelsteine einzupacken, um sich auch in dieser Endrunde wieder mit einem erfolgreichen Abwehrriegel zum Titel zu mauern. Aus diesem Grund werden sich wohl auch schon einige Fans im April auf den Weg machen müssen, um die Steine auf der Vespa rechtzeitig zum ersten Anstoß über die Alpen transportieren zu können.

Polen
Die Polen auf Reisen sind genügsam, denn auch wenn es manchmal ein wenig mit der disziplinierten Vorbereitung hapert, so ist man doch ein meisterhaftes Improvisationstalent.

Daher muss man nur vor Antritt der Fahrt darauf achten, dass mindestens ein Marienbild im Gepäck vorhanden ist. Dann kann es los gehen, man reist an und zurück mit dem Auto.

Rumänien
Für einen Rumänen, vor allem für die aus Siebenbürgen, stellt die Anreise eine besondere Herausforderung dar, da sie nur nachts anreisen können. Für den Tag dagegen brauchen sie einen sicheren und vor allem dunklen Lagerplatz, an dem sie vor Sonnenstrahlen geschützt sind.

Somit ist es natürlich unablässig, dass sich die Rumänen auf die Bahnorganisationen verlassen können, die in ausreichender Zahl Nachtzüge einsetzen müssen.

 

Weiterlesen:

Artikel: UEFA EURO 2008 Interview - Der Organisator der EM im Gespräch

Artikel: Teilbereiche der Logistik - Übersicht vom Berufsfeld Logistik

 

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Wussten Sie, dass...

 

  • der Engländer David Seaman 1996 zum besten Torwart des Turniers gewählt wurde? (Zusammen mit Andreas Köpke)
  • beim EM-Finale 1996 das entscheidende Tor von Oliver Bierhoff zugleich auch das erste Golden Goal der EM-Geschichte war?