Mehr als Rasenschach: Fußball als Zahlenspiel
Daten und Fakten zur EM
31 Partien in 8 Städten. Mindestens 2.790 Minuten Spaß, Spannung und Emotionen soll die Endrunde der Fußball-Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz während der Spiele bringen. Doch die Fans möchten natürlich mehr. Sie erwarten, in der Zeit vom 07. bis 29. Juni rund um die Uhr die wunderbare Atmosphäre einer Großveranstaltung dieser Art genießen zu können.
Damit diesen Erwartungen genüge getan werden kann, sind schon seit der Bekanntgabe des Zuschlags am 12.12.2002 eine Menge Menschen mit der Vorbereitung und Organisation beschäftigt. In welcher enormen Größenordnung sich diese Vorbereitungen bewegen, sollen einige Daten und Fakten belegen, die verdeutlichen mit welchen Massen von Personal und Material die erfolgreiche Durchführung der UEFA EURO 2008 gewährleistet werden soll.
Beginnen wir mit dem Wichtigsten, den Eingangs schon erwähnten Spielen. Innerhalb der Endrunde der EM werden 31 Spiele ausgetragen. Dabei sind die Spielorte über beide Länder verteilt. In Österreich wird in Wien, Klagenfurt, Salzburg und Innsbruck, in der Schweiz in Zürich, Basel, Bern und Genf angestoßen.
Die Stadien haben in der Regel ein Fassungsvermögen von 30.000 Plätzen, nur der St. Jakob-Park in Basel, in dem das Eröffnungsspiel stattfindet und der Austragungsort des Finales, das Ernst-Happel-Stadion in Wien sind mit 40.000 bzw. 50.000 Plätzen etwas größer. Somit werden etwa 1.130.000 Zuschauer die Spiele vor Ort verfolgen und außerdem werden sie bei jedem Einzelnen davon von etwa 1.500 Personen umgeben sein, die für den Spielbetrieb sowie Organisation und Sicherheit im und um das Stadion sorgen.
Doch die Zuschauer im Stadion werden gegenüber den Besuchern auf den Fanmeilen wahrscheinlich in der Minderheit sein, denn wie die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland gezeigt hat, werden viele Menschen aus ganz Europa auch ohne Tickets nach Österreich und in die Schweiz reisen, um die Spiele in einer großen Gemeinschaft an einem der Public Viewing-Plätze zu erleben. Die Schätzungen der Zahl dieser Besucher schwanken zwischen insgesamt 2,5 und 5,5 Millionen Menschen, die während der EM die Fanmeilen und „Public Viewing“-Plätze nutzen werden. Zur Verdeutlichung dieser Zahl: in Österreich und der Schweiz leben insgesamt etwa 15 Millionen Menschen.
Diese enorme Masse von Menschen hat, neben ihren Erwartungen an eine schöne EM in genießenswerter Atmosphäre, natürlich auch noch Grundbedürfnisse, die beachtet werden müssen. So stehen die Österreicher und Schweizer vor der schwierigen Aufgabe, Millionen von Menschen unterzubringen, versorgen und vor allem transportieren zu müssen. Allein für die Schweiz werden z.B. über 700.000 zusätzliche Hotelübernachtungen erwartet.
Da die EM 2008 trotz der Verteilung auf zwei Länder keine übermäßig großen Entfernungen zwischen den Spielorten aufweist, die maximale Entfernung beträgt knapp 1.000 km (Wien-Genf), erwarten die Veranwortlichen, dass sich die Hauptlast der zu transportierenden Personen auf die öffentlichen Verkehrsmittel verteilen wird: Darunter fallen auch etwa 200.000 Flüge, die schätzungsweise während der Endrunde gebucht werden.
Auch die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben sich auf die Situation eingestellt, sie werden zur EM fast 2.000 zusätzliche Züge einsetzen und damit ihre Kapazität um 2,3 Millionen Sitzplätze erhöhen. Die 230 zusätzlichen Postbusse, die die ÖBB darüberhinaus noch einsetzen wird, nehmen sich dagegen fast bescheiden aus.
Während die Fans auf die öffentlichen Verkehrsmittel eingestimmt werden, müssen sich Teams, Schiedsrichter, Ehrengäste, Sponsoren, Medienvertreter und Angestellte übrigens keine Sorgen um ihren Transport machen. Für sie werden rund 100 Busse und 600 Autos bereit gestellt, gut 400 davon werden sogar über einen eigenen Fahrer verfügen.
Für eine derartige Organisation ist natürlich auch eine effektive Finanzierung notwendig, so verfügt die Euro 2008 SA, die mit der Organisation beauftragt ist, derzeit über ein operatives Budget von etwa 120 Millionen Euro. Doch die erwarteten Gewinne werden diese Kosten voraussichtlich deutlich übertreffen. Für die Schweiz werden die direkten und indirekten wirtschaftlichen Effekte auf eine Höhe von 353 Millionen Euro geschätzt, für Österreich liegt die Schätzung sogar bei etwa 375 Millionen Euro.
Somit scheinen nicht nur Fans und Teams in großer Vorfreude auf die UEFA EURO 2008. Doch genau das macht letztlich den Zauber eines solchen Ereignisses aus, Menschen aus aller Herren Länder kommen zusammen, erleben gemeinsam eine gute Zeit und am Ende gehen sie mit schönen Erinnerungen und neuen Eindrücken wieder zurück nach Hause. Da ist es doch nur fair, dass die Gastgeber neben ihren Erfahrungen auch eine kleine Aufwandsentschädigung behalten.
Weiterlesen:
Artikel: Europameisterschaft 2008 Informationen - Berichterstattung in Zahlen
Quiz: Test zur Fußball-EM 2008 - Quiz für Jedermann











